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KMU.DIGITAL 2026: So läuft die Förderung Schritt für Schritt ab

KMU.DIGITAL Juli 2026: Umsetzung ausgeschöpft, Beratung offen. Warum Sie die Beratung jetzt machen sollten — und welcher Fehler die Förderung kostet.

KMU-Lotse22. Juli 20268 Min. Lesezeit
KMU.DIGITAL 2026: So läuft die Förderung Schritt für Schritt ab

Wer als Unternehmer nach „KMU.DIGITAL" sucht, findet vor allem Seiten, die erklären, wie viel Geld es gibt. Was fast nirgends steht: die Reihenfolge, in der Sie vorgehen müssen — und die eine Regel, an der die meisten scheitern. Im Juli 2026 ist diese Reihenfolge wichtiger als jeder Fördersatz.

Wie ist der Stand im Juli 2026?

Die Antwort ist unbequem, und Sie sollten sie kennen, bevor Sie Zeit investieren.

Die Umsetzungsförderung ist ausgeschöpft. Auf der offiziellen Seite steht wörtlich: „Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft." Anträge für die Umsetzung sind derzeit nicht möglich.

Die Beratungsförderung ist offen. Über die Schiene KMU.DIGITAL & GREEN können Sie weiterhin einreichen.

Das Programm läuft grundsätzlich bis 31.12.2026. Allerdings mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass es „bei Ausschöpfung eines Jahresbudgets zu Unterbrechungen kommen" kann. Genau das ist gerade der Fall.

Die Regel, die über alles entscheidet

Und hier kommt der Punkt, den man kennen muss, bevor man irgendetwas anderes tut:

> Eine Umsetzungsförderung können Sie nur beantragen, wenn Sie vorher eine geförderte Beratung abgeschlossen — und ausbezahlt bekommen — haben.

Das ist keine Empfehlung, sondern eine harte Bedingung der Förderrichtlinie. Es reicht nicht, die Beratung gebucht zu haben. Sie muss durchgeführt, abgerechnet und das Fördergeld muss auf Ihrem Konto sein.

Daraus folgt etwas, das die meisten übersehen: Wer wartet, bis das Umsetzungsbudget wieder aufgeht, kommt zu spät. Von der Antragstellung bis zur ausbezahlten Beratung vergehen realistisch sechs bis zehn Wochen — dazu gleich die genauen Zahlen. Wer die Beratung jetzt macht, steht mit erfüllter Voraussetzung bereit, sobald wieder Mittel da sind. Wer erst dann anfängt, sucht noch einen Berater, während andere schon eingereicht haben.

Die Vergabe erfolgt chronologisch nach Eingang der vollständigen Anträge, bis das Budget verbraucht ist. Vorbereitet zu sein ist deshalb kein Nice-to-have, sondern der eigentliche Vorteil.

Was die Beratung bringt

Es gibt zwei Bausteine, die Sie einzeln oder nacheinander nutzen können:

BausteinZuschussMaximal
Status- und Potenzialanalyse80 % der Beratungskosten400 €
Strategieberatung50 % der Beratungskosten1.000 €

Insgesamt sind bis zu 3.000 € je Förderschiene im Gesamtzeitraum möglich.

Die Status- und Potenzialanalyse ist der Einstieg. Ein zertifizierter Berater sieht sich an, wo Ihr Betrieb digital tatsächlich steht — Prozesse, Systeme, Datenflüsse — und zeigt, wo der größte Hebel liegt. Das ist bewusst kompakt gehalten.

Die Strategieberatung geht tiefer. Hier entsteht ein konkreter Plan mit Reihenfolge, Aufwand und Nutzen. Wenn Sie ohnehin ein größeres Digitalisierungsvorhaben planen, ist das der Baustein, der Ihnen später bei der Umsetzungsförderung hilft — denn der Beratungsbericht ist Teil der Grundlage.

Neben der klassischen Schiene gibt es KMU.DIGITAL & GREEN. Diese Erweiterung zielt auf die ökologische Transformation mit Hilfe der Digitalisierung — etwa Energiedatenerfassung, Ressourcenoptimierung oder Nachhaltigkeitsberichte. Das ist derzeit die offene Tür.

Was die Umsetzung bringt — wenn sie wieder offen ist

30 % Zuschuss auf aktivierungspflichtige Neuinvestitionen. Die förderbaren Projektkosten müssen zwischen 2.000 € und 30.000 € netto liegen.

Förderbar sind unter anderem:

  • externe Leistungen wie Programmierung oder Systemintegration
  • Cloud- und Softwarelizenzkosten, anteilig für den Projektzeitraum, maximal zwölf Monate
  • materielle und immaterielle Neuinvestitionen, die aktivierungspflichtig sind
Nicht förderbar sind:
  • IT-Grundausstattung, Notebooks, Firmenhandys
  • Fahrzeuge
  • laufende Betriebskosten
  • Personalkosten
  • alles, was bereits anderweitig gefördert wurde
  • Beratungsleistungen aus dem Modul Beratung
Wer also einen neuen Laptop kaufen möchte, ist hier falsch. Wer eine Warenwirtschaft einführt, eine Schnittstelle programmieren lässt oder ein Kundenportal aufsetzt, ist richtig.

Der Fehler, der die ganze Förderung kostet

Er passiert ständig, und er lässt sich nicht reparieren:

Der Antrag muss VOR Beginn gestellt werden. Gefördert werden ausschließlich Leistungen und Kosten, die nach der Antragstellung angefallen sind. Wer den Berater beauftragt und danach den Antrag stellt, bekommt nichts. Auch nicht anteilig, auch nicht auf Kulanz.

Dasselbe gilt für die Umsetzung: erst Antrag, dann Projektstart. Eine Rechnung mit Datum vor der Antragstellung macht die gesamte Position wertlos.

Ihr Weg Schritt für Schritt

Die WKÖ beschreibt den Ablauf in zwölf Schritten. So sieht er in der Praxis aus:

1. Informieren. Auf kmudigital.at die Fördermöglichkeiten „klassisch" beziehungsweise GREEN durchgehen, Förderrichtlinie und FAQ lesen. Klingt banal, spart aber die häufigsten Rückfragen.

2. Thema und Tool festlegen. Wofür soll die Beratung sein? Prozesse, E-Commerce, IT-Sicherheit, Datenschutz, Nachhaltigkeit? Diese Entscheidung bestimmt, welcher Berater passt.

3. Zertifizierten Förderberater auswählen. Über die KMU.DIGITAL Beratersuche. Nur zugelassene Experten dürfen die geförderte Beratung durchführen — ein beliebiger IT-Dienstleister genügt nicht.

4. GLN ermitteln. Die Global Location Number Ihres Betriebs finden Sie im Firmen A-Z der WKO unter firmen.wko.at oder im Unternehmensserviceportal (USP). Ohne GLN kommen Sie im Antragsformular nicht weiter.

5. Zum Antragsformular. Über kmudigital.at den Button der gewählten Förderung anklicken — der führt direkt ins Antragsformular im aws Fördermanager (Austria Wirtschaftsservice).

6. Im aws Fördermanager anmelden. Falls Sie noch kein Konto haben, zuerst registrieren. Das dauert ein paar Minuten und sollte nicht erst am Tag der Antragstellung passieren.

7. Antrag online ausfüllen und absenden. Bereithalten müssen Sie: GLN, den ausgewählten Berater, sowie Daten zu Umsatz und Beschäftigten. Das sind die Angaben, an denen es meist hakt, wenn man unvorbereitet startet.

8. Reservierungszusage abwarten. Zu- oder Absage kommt per E-Mail, üblicherweise innerhalb von 14 Werktagen.

9. Termin mit dem Berater vereinbaren. Achtung, hier läuft eine Uhr: Die Reservierungszusage gilt 2 Monate für die Status- und Potenzialanalyse und 3 Monate für die Strategieberatung.

10. Beratung durchführen. Vor Ort im Betrieb, online oder hybrid — das ist Ihnen überlassen.

11. Abrechnungsunterlagen hochladen. Innerhalb von 60 beziehungsweise 90 Tagen ab der Reservierungszusage im aws Fördermanager: die bezahlte Rechnung mit Beraternamen und Projektnummer, den Zahlungsnachweis und den Beratungsbericht.

12. Fördergeld erhalten. Die Überweisung erfolgt üblicherweise 2 bis 3 Wochen nach Einreichung der vollständigen Unterlagen.

Erst damit ist die Voraussetzung für eine spätere Umsetzungsförderung erfüllt.

Was Sie dabei oft übersehen

Die Rechnung muss bezahlt sein. Nicht nur ausgestellt. Der Zahlungsnachweis mit Valutadatum gehört zwingend dazu — eine offene Rechnung reicht nicht.

Die Projektnummer muss auf der Rechnung stehen. Zusammen mit dem Namen des Beraters. Fehlt sie, kommt die Unterlage zurück und die Frist läuft weiter.

Die Fristen laufen ab der Zusage, nicht ab der Beratung. Wer nach der Zusage sechs Wochen wartet, bis er einen Termin findet, hat für Beratung und Abrechnung nur noch zwei Wochen.

Ein Konzept müssen Sie nicht schreiben. Für die Beratungsförderung wird kein Projektkonzept verlangt. Was zählt, ist der Beratungsbericht — und den erstellt der Berater, nicht Sie.

Und wenn die Beratung auch zugeht?

Dann lohnt der Blick auf die Bundesländer, denn die Lage ist dort sehr unterschiedlich.

Oberösterreich fördert mit DIGITAL.PLUS 26 eigenständig: 35 % der Kosten, maximal 7.000 €, bei mindestens 12.000 € Projektkosten. Antragszeitraum 01.06. bis 02.11.2026.

Salzburg hat seine Digitalisierungsoffensive mit 31.12.2025 geschlossen. Eine Wiederaufnahme wurde angekündigt, ohne Datum — beworben wird sie an vielen Stellen trotzdem noch.

Solche Unterschiede ändern sich laufend, und veraltete Angaben halten sich hartnäckig. Genau deshalb prüfen wir sie täglich.

Was wir für Sie tun

Wir prüfen die Förderstände von Bund und allen neun Bundesländern täglich an der amtlichen Quelle. Wenn sich bei Ihrem Vorhaben etwas ändert — ein Topf öffnet, eine Frist läuft ab, ein Satz wird gekürzt —, erfahren Sie es, ohne selbst suchen zu müssen.

Der KMU-Lotse klärt mit Ihnen, welche Förderung für Ihren Betrieb überhaupt in Frage kommt, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen müssen und welche Angaben Sie vor der Antragstellung zusammentragen sollten. Damit die eigentliche Einreichung eine Sache von Minuten ist und nicht von einem halben Nachmittag.

Kein Login, kein Formular. Sie rufen an oder schreiben eine Mail.

Häufige Fragen

Kann ich die Umsetzungsförderung ohne Beratung beantragen?

Nein. Die abgeschlossene und ausbezahlte Beratung ist zwingende Voraussetzung. Das ist keine Formalie, sondern eine harte Bedingung der Förderrichtlinie.

Was passiert, wenn ich den Antrag nach der Beratung stelle?

Dann bekommen Sie keine Förderung. Gefördert werden ausschließlich Kosten, die nach der Antragstellung angefallen sind. Dieser Fehler ist nicht heilbar — auch nicht mit einer nachträglichen Begründung.

Welches Portal muss ich nutzen?

Den aws Fördermanager von Austria Wirtschaftsservice. Sowohl der Antrag als auch die spätere Abrechnung laufen dort. Der Einstieg erfolgt über den Button auf kmudigital.at, damit die richtige Förderschiene hinterlegt ist.

Welche Unterlagen brauche ich für die Abrechnung?

Drei Dokumente: die bezahlte Rechnung mit Beraternamen und Projektnummer, den Zahlungsnachweis mit Valutadatum und den Beratungsbericht. Hochzuladen innerhalb von 60 Tagen (Analyse) beziehungsweise 90 Tagen (Strategieberatung) ab der Reservierungszusage.

Muss ich ein Konzept schreiben?

Für die Beratungsförderung nicht. Verlangt wird der Beratungsbericht, und den erstellt der zertifizierte Berater. Für die Umsetzungsförderung ist die Projektbeschreibung Teil des Antragsformulars.

Wie lange dauert es insgesamt bis zum Geld?

Rechnen Sie mit rund 14 Werktagen bis zur Reservierungszusage, dann Ihrer Beratung, dann 2 bis 3 Wochen bis zur Überweisung nach vollständiger Abrechnung. Realistisch sind sechs bis zehn Wochen von der Antragstellung bis zum Geldeingang.

Ist mein Betrieb überhaupt antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind KMU im Sinne der EU-Empfehlung mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich und einer gültigen GLN. Ob Ihr Betrieb darunterfällt, klären wir im Gespräch.

Lohnt sich die Beratung, wenn die Umsetzung gerade zu ist?

Gerade dann. Sie ist die Eintrittskarte für die Umsetzungsförderung, und die wird chronologisch nach Eingang vergeben. Wer die Voraussetzung schon erfüllt hat, reicht am ersten Tag ein.

Kann ich Notebooks oder Firmenhandys fördern lassen?

Nein. IT-Grundausstattung ist ausdrücklich ausgenommen, ebenso Fahrzeuge, laufende Betriebskosten und Personalkosten.

Stand: 22.07.2026. Alle Angaben geprüft an den Seiten von kmudigital.at sowie an der Ablaufübersicht der WKÖ. Maßgeblich ist immer die jeweils gültige Förderrichtlinie.

Tags:#KMU.DIGITALFörderung#KMU-Lotse

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