Der Familienbonus Plus ist ein wichtiger Bestandteil der finanziellen Unterstützung für Familien in Österreich. Er bietet eine direkte Steuerentlastung und ist für viele Familien ein wesentlicher Faktor in der Haushaltskasse. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über den Familienbonus Plus im Jahr 2026, wie er funktioniert, wer Anspruch hat und wie du ihn beantragen kannst.
Was ist der Familienbonus Plus 2026 und wie wirkt er?
Der Familienbonus Plus ist ein Steuerabsetzbetrag, der die Lohn- oder Einkommensteuer direkt reduziert. Im Gegensatz zu anderen Steuervergünstigungen wird hier nicht nur die Bemessungsgrundlage verringert, sondern die Steuerlast selbst gesenkt. Das bedeutet, dass du am Ende des Jahres weniger Steuern zahlen musst. Der Bonus kann die Steuer maximal auf null senken, was bedeutet, dass du theoretisch keine Steuer mehr zahlen musst. Allerdings verfällt der übersteigende Teil, außer im Fall des Kindermehrbetrags. Dieser Aspekt macht den Familienbonus Plus besonders attraktiv für Familien mit mehreren Kindern oder einem hohen Einkommen.
Die Wirkung des Familienbonus Plus zeigt sich direkt in deiner Steuerabrechnung: Je nach Höhe deiner Steuerlast kann der Bonus diese erheblich reduzieren oder sogar ganz eliminieren. Wichtig ist, dass dieser Bonus nur für Kinder gezahlt wird, für die auch Anspruch auf Familienbeihilfe besteht.
Wie viel Familienbonus Plus bekomme ich pro Kind?
Die Höhe des Familienbonus Plus variiert je nach Alter des Kindes. Für Kinder unter 18 Jahren erhältst du bis zu 2.000 Euro pro Jahr, was monatlich 166,68 Euro entspricht. Dieser Betrag wird bis zum Ende des Monats gezahlt, in dem das Kind 18 Jahre alt wird. Für Kinder, die älter sind und für die noch Familienbeihilfe bezogen wird, beträgt der Bonus 700 Euro jährlich, also 58,34 Euro pro Monat.
Diese Beträge sind fix und stellen eine erhebliche Unterstützung dar. Sie helfen, die finanzielle Belastung durch Kinder zu mindern, insbesondere in Zeiten, in denen die Lebenshaltungskosten steigen. Die Beträge sind nicht automatisch anpassbar an die Inflation, obwohl eine automatische Valorisierung politisch diskutiert wird. Die aktuellen Beträge findest du immer auf den offiziellen Webseiten des Bundesministeriums für Finanzen.
Wer hat 2026 Anspruch auf den Familienbonus Plus?
Um den Familienbonus Plus zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst muss Anspruch auf Familienbeihilfe für das Kind bestehen. Das Kind muss in Österreich, einem EU/EWR-Staat oder der Schweiz leben. Zudem muss der Antragsteller in Österreich Lohn- oder Einkommensteuer zahlen. Diese Voraussetzungen sind entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass der Bonus korrekt beantragt wird.
Der Anspruch auf Familienbeihilfe ist der zentrale Punkt. Ohne diesen Anspruch kann der Familienbonus Plus nicht gewährt werden. Daher solltest du sicherstellen, dass alle erforderlichen Unterlagen und Nachweise rechtzeitig eingereicht werden, um den Anspruch nicht zu gefährden.
Familienbonus, Familienbeihilfe, Kindergeld, Kinderbonus – was ist der Unterschied?
Der Familienbonus Plus wird oft mit anderen Familienleistungen verwechselt. Der entscheidende Unterschied ist, dass der Familienbonus Plus ein Steuerabsetzbetrag ist, der über das Finanzamt abgewickelt wird. Er reduziert die zu zahlende Steuer direkt.
Die Familienbeihilfe hingegen ist eine monatliche Auszahlung, die unabhängig vom Einkommen gewährt wird. In Deutschland wird dies oft als Kindergeld bezeichnet, während in Österreich der Begriff Familienbeihilfe gebräuchlich ist. Ein eigenständiger Kinderbonus existiert 2026 nicht, oft ist damit der Familienbonus Plus oder der Kindermehrbetrag gemeint.
Wie beantrage ich den Familienbonus Plus?
Der Familienbonus Plus kann auf zwei Arten beantragt werden. Der erste Weg ist über den Arbeitgeber mit dem Formular E30. In diesem Fall wird der Bonus monatlich in der Lohnverrechnung berücksichtigt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass du die Entlastung sofort in deinem Nettogehalt siehst.
Die zweite Methode ist die nachträgliche Beantragung über die Arbeitnehmerveranlagung via FinanzOnline. Hierbei nutzt du das Formular L1k. Diese Methode bietet den Vorteil, dass du den Bonus rückwirkend für bis zu fünf Jahre beantragen kannst. Das ist besonders nützlich, wenn du den Bonus in der Vergangenheit nicht beantragt hast. Ein Praxis-Tipp: Die Beantragung über die Arbeitnehmerveranlagung ist oft der einfachste Weg.
Wie teilen sich Eltern den Familienbonus Plus auf?
Der Familienbonus Plus kann von beiden Elternteilen aufgeteilt werden. Diese Aufteilung kann entweder hälftig erfolgen, wobei jeder Elternteil 1.000 Euro pro Jahr erhält (350 Euro für Kinder über 18), oder eine Person kann den gesamten Betrag beanspruchen. Die Entscheidung hängt oft von der individuellen steuerlichen Situation der Eltern ab.
Eine hälftige Aufteilung ist sinnvoll, wenn beide Elternteile eine ähnliche Steuerlast haben. In Fällen, in denen ein Elternteil eine deutlich höhere Steuerlast hat, kann es vorteilhafter sein, den gesamten Bonus auf diese Person zu übertragen. Es ist wichtig, diese Entscheidung sorgfältig zu planen, um die maximale Steuerentlastung zu erzielen.
Kindermehrbetrag: Was Familien mit geringem Einkommen bekommen
Für Familien mit geringem Einkommen, die so wenig verdienen, dass kaum oder keine Lohn- oder Einkommensteuer anfällt, gibt es den Kindermehrbetrag. Dieser wird als Differenz zwischen der errechneten Einkommensteuer und 700 Euro pro Kind ausgezahlt. Das bedeutet, dass auch Familien, die keine Steuer zahlen, bis zu 700 Euro pro Kind erhalten können.
Der Kindermehrbetrag ist eine wichtige Unterstützung für Familien, die unter der Steuerfreigrenze liegen. Er sorgt dafür, dass auch diese Familien von einer finanziellen Entlastung profitieren. Die Beantragung erfolgt ebenfalls über die Arbeitnehmerveranlagung, und es ist wichtig, alle relevanten Nachweise und Unterlagen bereitzuhalten.
Häufige Fehler beim Familienbonus – und wie du sie vermeidest
Bei der Beantragung des Familienbonus Plus können einige Fehler auftreten, die vermieden werden sollten. Ein häufiger Fehler ist das Versäumnis, den Anspruch auf Familienbeihilfe zu überprüfen. Ohne diesen Anspruch kann der Bonus nicht gewährt werden.
Ein weiterer Fehler ist die falsche Aufteilung des Bonus zwischen den Eltern. Es ist wichtig, die steuerlichen Auswirkungen genau zu prüfen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Auch das Versäumnis, den Bonus rückwirkend zu beantragen, kann zu finanziellen Verlusten führen. Der Bonus kann rückwirkend für bis zu fünf Jahre beantragt werden, was vielen Familien eine erhebliche Nachzahlung bringen kann. Die Nutzung von FinanzOnline und die Beratung durch Experten, wie die AssistoPlus-Assistentin Amalia, kann helfen, diese Fehler zu vermeiden.
Rechenbeispiele
Um die Wirkung des Familienbonus Plus in der Praxis zu veranschaulichen, schauen wir uns einige Beispiele an:
- Familie A: Zwei Kinder unter 18 Jahren. Beide Elternteile teilen den Bonus. Jeder Elternteil erhält 2.000 Euro pro Kind, also insgesamt 4.000 Euro. Die Steuerlast beider Eltern wird um insgesamt 4.000 Euro reduziert.
- Familie B: Ein Kind über 18 Jahre, das noch Familienbeihilfe erhält. Ein Elternteil beansprucht den gesamten Bonus von 700 Euro. Die Steuerlast dieses Elternteils wird um 700 Euro reduziert.
- Familie C: Ein Kind unter 18 Jahren, geringes Einkommen. Die Familie zahlt keine Steuer, erhält jedoch den Kindermehrbetrag von 700 Euro, da die Steuerlast unterhalb dieses Betrags liegt.
Häufige Fragen
Kann ich den Familienbonus Plus rückwirkend beantragen?
Ja, du kannst den Familienbonus Plus rückwirkend für bis zu fünf Jahre beantragen, indem du eine Arbeitnehmerveranlagung über FinanzOnline machst.
Was passiert, wenn ich den Familienbonus Plus nicht rechtzeitig beantrage?
Wenn du den Bonus nicht rechtzeitig beantragst, kannst du ihn rückwirkend über die Arbeitnehmerveranlagung holen. Es ist wichtig, die Fristen zu beachten, um keine Ansprüche zu verlieren.
Können beide Elternteile den vollen Familienbonus Plus beanspruchen?
Nein, der Bonus kann entweder hälftig geteilt oder vollständig von einem Elternteil beansprucht werden. Eine doppelte Beanspruchung ist nicht möglich.
Wie wirkt sich der Familienbonus Plus auf meine monatliche Steuerlast aus?
Wenn du den Bonus über deinen Arbeitgeber beantragst, wird er monatlich in der Lohnverrechnung berücksichtigt, was zu einem höheren Nettogehalt führt.
Was ist, wenn ich keine Lohnsteuer zahle?
In diesem Fall kannst du den Kindermehrbetrag erhalten, der bis zu 700 Euro pro Kind beträgt. Dieser Betrag wird ausgezahlt, auch wenn keine Steuer anfällt.
Kann ich den Familienbonus Plus für Kinder im Ausland beantragen?
Ja, solange das Kind in einem EU/EWR-Staat oder der Schweiz lebt und Anspruch auf Familienbeihilfe besteht.
Wie kann ich den Familienbonus Plus aufteilen?
Eltern können den Bonus hälftig aufteilen oder einer nimmt den vollen Betrag. Diese Entscheidung sollte basierend auf der individuellen Steuerlast getroffen werden.
Muss ich den Familienbonus Plus jedes Jahr neu beantragen?
Ja, es ist ratsam, den Bonus jährlich zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu beantragen, um sicherzustellen, dass alle Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind.




