AssistoPlus - Dein virtueller Helfer
Zurück zum BlogKMU & Förderung

Kfz-Werkstätten 2025: +1,3 % Umsatz, real -2,1 % – die Zahlen

Kfz-Werkstätten in Österreich: 2025 nominell +1,3 %, preisbereinigt -2,1 %, 41 % mit weniger Umsatz im 1. Quartal 2026. Was die WKO-Zahlen zeigen.

KMU-Lotse29. Oktober 202615 Min. Lesezeit
Kfz-Werkstätten 2025: +1,3 % Umsatz, real -2,1 % – die Zahlen

Die Kfz-Werkstätten in Österreich haben 2025 mehr eingenommen als im Jahr davor, aber nur auf dem Papier. Nominell stieg der Umsatz der Fahrzeugtechnik um 1,3 %, die Preise stiegen um 3,5 %. Preisbereinigt bleibt ein Minus von 2,1 %. Ins Jahr 2026 ist die Branche schwach gestartet: Im 1. Quartal meldeten 41 % der Betriebe weniger Umsatz als ein Jahr zuvor. Was die Zahlen der WKO-Konjunkturbeobachtung im Einzelnen zeigen und was daraus für eine Werkstatt folgt, steht hier.

Zur Fahrzeugtechnik zählt die Konjunkturbeobachtung die Kraftfahrzeugtechniker, die Karosseriebautechniker, die Karosserielackierer und die Wagner. Alle Zahlen in diesem Artikel stammen, wo nicht anders angegeben, aus derselben Quelle: KMU Forschung Austria im Auftrag der WKO Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Konjunkturbeobachtung Gesamtjahr 2025 und 1. Quartal 2026, Tabellenband April 2026.

Wie steht die Fahrzeugtechnik beim Umsatz da?

Die Fahrzeugtechnik in Österreich hat 2025 nominell 1,3 % mehr umgesetzt als 2024. Die Verkaufspreise sind im selben Jahr aber um 3,5 % gestiegen, preisbereinigt bleibt deshalb ein Minus von 2,1 % (Quelle: KMU Forschung Austria, Tabellenband April 2026, Tab. 1 bis 3).

Das heißt: Die Werkstätten haben 2025 weniger Arbeit verkauft als 2024. Dass trotzdem mehr Geld hereinkam, liegt allein an den höheren Preisen. Wer seine Stundensätze und Teilepreise im gleichen Maß erhöht hat wie der Branchenschnitt, hat seinen Umsatz gehalten, aber nicht mehr Aufträge bekommen.

Hinter dem Durchschnitt stehen sehr unterschiedliche Betriebe. 42 % der Kfz-Betriebe meldeten für 2025 eine Umsatzsteigerung, 31 % keine Veränderung und 27 % einen Rückgang (Tab. 1). Bei den Preisen ist das Bild einheitlicher: 71 % der Betriebe haben ihre Verkaufspreise 2025 erhöht, nur 3 % haben sie gesenkt (Tab. 2).

BrancheUmsatz 2025 nominellVerkaufspreise 2025Umsatz 2025 preisbereinigt
Fahrzeugtechnik+1,3 %+3,5 %-2,1 %
Mechatroniker-0,7 %+3,1 %-3,7 %
Gewerbe und Handwerk gesamt-0,6 %+2,8 %-3,3 %

(Quelle: KMU Forschung Austria im Auftrag der WKO Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Konjunkturbeobachtung Gesamtjahr 2025 / 1. Quartal 2026, Tabellenband April 2026, Tab. 3)

Im Vergleich steht die Fahrzeugtechnik trotzdem besser da als das Gewerbe und Handwerk insgesamt: Dort gab es 2025 nominell -0,6 % und preisbereinigt -3,3 %. Die Kfz-Betriebe haben also weniger verloren als der Durchschnitt, aber sie haben verloren.

Wie lief der Jahresstart 2026?

Schlecht. Im 1. Quartal 2026 meldeten nur 7 % der Kfz-Betriebe mehr Umsatz als im 1. Quartal 2025. 52 % meldeten gleich viel, 41 % weniger. Der Saldo aus mehr und weniger liegt damit bei -34 Prozentpunkten (Tab. 13). Bei den Mechatronikern waren es 15 % mit mehr und 43 % mit weniger Umsatz.

Die Betriebe selbst sehen ihre Lage trotzdem nicht als Krise. Ihre Geschäftslage im 1. Quartal 2026 nannten 11 % gut, 69 % saisonüblich und 20 % schlecht (Tab. 9). Das ergibt einen Saldo von -9 Prozentpunkten, 17 Punkte schlechter als im Quartal davor. Gewerbe und Handwerk insgesamt lagen bei -12.

Für das 2. Quartal 2026 erwarteten 16 % der Kfz-Betriebe mehr Aufträge oder Umsatz als ein Jahr zuvor, 56 % keine Veränderung und 28 % einen Rückgang (Tab. 14). Die Branche hat also nicht mit einer schnellen Erholung gerechnet.

Was den Kfz-Betrieben 2026 am meisten zu schaffen macht

Die Konjunkturbeobachtung fragt auch, was die Betriebe für 2026 als Herausforderung sehen. In der Fahrzeugtechnik stehen drei Punkte oben, und keiner davon ist die Nachfrage (Tab. 8):

  • Steuern und Abgaben: 60 % der Kfz-Betriebe (Gewerbe und Handwerk gesamt: 54 %)
  • Bürokratie und Verwaltung: 59 % (gesamt: 46 %)
  • Fachkräftemangel: 53 % (gesamt: 36 %)
Schwache Kundennachfrage nennen 30 % der Kfz-Betriebe, weniger als im Gewerbe insgesamt (35 %). Auch die Preiskonkurrenz spielt mit 31 % eine kleinere Rolle als im Durchschnitt (44 %).

Auffällig ist ein Punkt, der sonst kaum vorkommt: 25 % der Kfz-Betriebe sehen Zuliefer- und Lieferkettenprobleme als Herausforderung. Im Gewerbe und Handwerk insgesamt sind es 7 % (Tab. 8). Wer auf Teile wartet, kann einen Auftrag nicht abschließen, auch wenn der Kunde da ist.

Der Fachkräftemangel trifft die Kfz-Branche deutlich stärker als das Handwerk insgesamt. Lehrlingsmangel nennen dagegen nur 6 % der Kfz-Betriebe (gesamt: 11 %).

Investieren die Werkstätten noch?

2025 haben Kfz-Betriebe im Schnitt 2.900 Euro je Beschäftigten investiert, davon 1.000 Euro in Gebäude und 1.900 Euro in sonstige Investitionen wie Geräte und Ausstattung. Im Gewerbe und Handwerk insgesamt waren es 3.100 Euro (Tab. 5).

Mehr als im Durchschnitt floss dabei in Wachstum: 37 % der Investitionen der Fahrzeugtechnik waren Erweiterungsinvestitionen, 49 % Ersatz und 14 % Rationalisierung. Im Gewerbe gesamt lag der Anteil der Erweiterung bei 28 % (Tab. 6).

Für 2026 sind die Pläne vorsichtig. 64 % der Kfz-Betriebe planten keine Investitionen, 18 % wollten mehr investieren als 2025, 11 % gleich viel und 7 % weniger (Tab. 7). Das ist nahe am Durchschnitt des Gewerbes und Handwerks, wo 66 % keine Investitionen planten.

Personal: Die Werkstätten wollen eher aufstocken

Trotz des schwachen Jahresstarts planten 22 % der Kfz-Betriebe für das 2. Quartal 2026, mehr Leute zu beschäftigen. 70 % wollten ihren Personalstand halten, 8 % verringern (Tab. 15). Bei den Mechatronikern wollten 16 % aufstocken, im Gewerbe und Handwerk insgesamt 25 %.

Zusammen mit dem Fachkräftemangel ergibt das ein klares Bild: Die Kfz-Betriebe suchen Personal, das sie schwer finden. Für eine Werkstatt heißt das, dass nicht nur Kunden, sondern auch Bewerber sie finden müssen.

Export spielt keine Rolle

Nur 4 % der Kfz-Betriebe exportieren überhaupt. Die Exportquote über alle Kfz-Betriebe liegt bei 1,0 % des Umsatzes (Tab. 4). Bei den Mechatronikern sind es 30,8 %, im Gewerbe und Handwerk insgesamt 5,7 %.

Die Fahrzeugtechnik lebt also fast ganz von Kunden im Inland, meist aus der eigenen Umgebung. Wie sich der Welthandel entwickelt, ist für eine Werkstatt zweitrangig. Wichtig ist, ob die Autofahrer im eigenen Bezirk sie kennen.

Der Nachbar im Vergleich: die Mechatroniker

Wie sehr die Kfz-Werkstätten vom Inlandsgeschäft getragen werden, zeigt der Vergleich mit den Mechatronikern, die in der Statistik direkt daneben stehen. Sie exportieren knapp ein Drittel ihres Umsatzes (Exportquote 30,8 %) und haben 2025 preisbereinigt 3,7 % verloren, deutlich mehr als die Fahrzeugtechnik (Tab. 3 und 4). 53 % der Mechatroniker nennen die Preiskonkurrenz als Herausforderung, 48 % die schwache Kundennachfrage (Tab. 8). Bei den Kfz-Betrieben sind es 31 % und 30 %.

Die Werkstatt um die Ecke steht weniger im Preiskampf mit dem Ausland als ein Zulieferbetrieb. Ein Auto, das gewartet werden muss, wird in der Nähe gewartet. Das schützt die Branche, solange die Kunden wissen, wo sie hinfahren sollen.

Die Zahlen auf einen Blick

KennzahlFahrzeugtechnikGewerbe und Handwerk gesamt
Umsatz 2025, nominell+1,3 %-0,6 %
Umsatz 2025, preisbereinigt-2,1 %-3,3 %
Betriebe mit weniger Umsatz im 1. Quartal 202641 %(keine Gesamtzahl)
Geschäftslage 1. Quartal 2026, Saldo-9 Punkte-12 Punkte
Investitionen je Beschäftigten 20252.900 €3.100 €
Fachkräftemangel als Herausforderung 202653 %36 %
Betriebe, die im 2. Quartal 2026 aufstocken wollten22 %25 %
Exportquote 20251,0 %5,7 %

(Quelle: KMU Forschung Austria im Auftrag der WKO Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Konjunkturbeobachtung Gesamtjahr 2025 / 1. Quartal 2026, Tabellenband April 2026, Tab. 1, 3, 4, 5, 8, 9, 13, 15)

Was das für deine Werkstatt heißt

Die Zahlen sagen nicht, was ein einzelner Betrieb tun soll. Sie zeigen aber, wo die Branche steht, und daraus lassen sich drei Fragen ableiten.

1. Wächst du wirklich, oder nur deine Preise? Vergleiche deinen Umsatz 2025 nicht nur mit 2024, sondern rechne die eigenen Preiserhöhungen heraus. Hast du um 3,5 % erhöht und 1,3 % mehr umgesetzt, hast du so viel verloren wie der Branchenschnitt. Die einfachste Kennzahl dafür sind die verrechneten Stunden pro Monat.

2. Kommen die Kunden aus der Umgebung? Bei 1,0 % Exportquote kommt fast jeder Auftrag aus der Nähe. Ab 1. November gilt in Österreich: Bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen dürfen Pkw und Kleintransporter nur mit Winterreifen an allen Rädern oder, bei geschlossener Schnee- oder Eisdecke, mit Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern fahren (KFG 1967, § 102 Abs. 8a). Wer jetzt einen Termin für den Reifenwechsel sucht, sucht ihn meist am Handy. Ob deine Werkstatt dort mit Öffnungszeiten, Telefonnummer und Terminweg auftaucht, entscheidet, ob der Auftrag zu dir kommt.

3. Wie findest du Fachkräfte? 53 % der Kfz-Betriebe nennen den Fachkräftemangel als Herausforderung, und 22 % wollten aufstocken. Eine Werkstatt, die auf ihrer Webseite zeigt, wie bei ihr gearbeitet wird, hat bei Bewerbern einen Vorsprung vor einer, die nur eine Adresse hat.

Was die Branche nicht beeinflussen kann, nennt sie selbst: Steuern und Abgaben (60 %), Bürokratie (59 %) und Lieferketten (25 %). Was sie beeinflussen kann, ist, wer von ihr erfährt.

Wie die Zahlen entstehen

Die Konjunkturbeobachtung ist eine Befragung der KMU Forschung Austria im Auftrag der Bundessparte Gewerbe und Handwerk der WKO. Die Betriebe melden selbst, ob ihr Umsatz gestiegen, gleich geblieben oder gesunken ist, und wie sie ihre Lage einschätzen. In der Fahrzeugtechnik haben für die Ausgabe vom April 2026 159 Unternehmen geantwortet (Tab. 46).

Der „Saldo“, der in mehreren Tabellen steht, ist der Anteil der Betriebe mit positiver Meldung minus den Anteil mit negativer Meldung. Ein Saldo von -9 bei der Geschäftslage heißt also: 9 Prozentpunkte mehr Betriebe nannten ihre Lage schlecht als gut.

Eine Befragung ist keine Buchhaltung. Die Prozentzahlen zeigen die Richtung, in die sich die Branche bewegt, nicht den Umsatz eines bestimmten Betriebs. Für den Vergleich mit dem eigenen Betrieb taugen sie trotzdem: Wer deutlich besser oder schlechter liegt als der Schnitt, sollte wissen, warum.

So gehst du vor — Schritt für Schritt

1. Schritt 1: Umsatz 2025 preisbereinigt rechnen

Nimm deinen Umsatz 2025 und 2024 und rechne deine eigene Preiserhöhung heraus. Liegt das Ergebnis unter null, hast du 2025 weniger Arbeit verkauft.

2. Schritt 2: Verrechnete Stunden zählen

Zähle die verrechneten Werkstattstunden pro Monat für 2025 und für das laufende Jahr. Sie zeigen ohne Preiseffekt, ob mehr oder weniger Arbeit hereinkommt.

3. Schritt 3: Saisongeschäft vorbereiten

Vor dem 1. November und vor dem 15. April kommen die Reifenwechsel. Prüfe, ob Kunden online sehen, wie sie einen Termin bekommen, und ob deine Telefonnummer und Öffnungszeiten aktuell sind.

4. Schritt 4: Bei Google und auf der eigenen Seite nachsehen

Suche nach „Werkstatt“ und deinem Ort, so wie ein Kunde es tut. Steht dein Betrieb unter den ersten Treffern? Stimmen Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen?

5. Schritt 5: Für Bewerber sichtbar werden

Zeige auf deiner Webseite, wer bei dir arbeitet und was du bietest. Bei 53 % Fachkräftemangel in der Branche ist das kein Schmuck, sondern Teil der Personalsuche.

Häufige Fragen

Wie hat sich der Umsatz in der Fahrzeugtechnik in Österreich 2025 entwickelt?

Nominell um 1,3 % mehr als 2024. Weil die Verkaufspreise um 3,5 % gestiegen sind, bleibt preisbereinigt ein Minus von 2,1 % (Quelle: KMU Forschung Austria im Auftrag der WKO Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Konjunkturbeobachtung Gesamtjahr 2025 / 1. Quartal 2026, Tabellenband April 2026).

Wie lief das 1. Quartal 2026 für Kfz-Betriebe?

7 % der Betriebe meldeten mehr Umsatz als im 1. Quartal 2025, 52 % gleich viel und 41 % weniger. Ihre Geschäftslage nannten 11 % gut, 69 % saisonüblich und 20 % schlecht.

Was sind die größten Herausforderungen der Kfz-Branche 2026?

Steuern und Abgaben (60 % der Betriebe), Bürokratie und Verwaltung (59 %) und Fachkräftemangel (53 %). Lieferkettenprobleme nennen 25 %, deutlich mehr als im Gewerbe und Handwerk insgesamt (7 %).

Investieren Kfz-Betriebe 2026?

64 % planten für 2026 keine Investitionen, 18 % wollten mehr investieren als 2025. 2025 investierten Kfz-Betriebe im Schnitt 2.900 Euro je Beschäftigten.

Wer zählt in der Statistik zur Fahrzeugtechnik?

Die Kraftfahrzeugtechniker, die Karosseriebautechniker, die Karosserielackierer und die Wagner.

Ab wann gilt die Winterreifenpflicht in Österreich?

Von 1. November bis 15. April, aber nur bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen wie Schnee, Schneematsch oder Eis. Dann brauchen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge (Klassen M1 und N1) Winterreifen an allen Rädern oder, bei geschlossener Schnee- oder Eisdecke, Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern (KFG 1967, § 102 Abs. 8a).

Quellen

  • KMU Forschung Austria im Auftrag der WKO Bundessparte Gewerbe und Handwerk, Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk Österreich, Gesamtjahr 2025 und 1. Quartal 2026, Tabellenband April 2026: https://www.wko.at/oe/gewerbe-handwerk/konjunkturbericht-tabellenband-01-2026.pdf
  • Kraftfahrgesetz 1967, § 102 Abs. 8a, RIS: https://www.ris.bka.gv.at/NormDokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10011384&Paragraf=102

Verwandte Artikel

Tags:#Fahrzeugtechnik#Umsatzsteigerung#Österreich#Digitalisierung#E-Mobilität#Innovation#KMU-Lotse

Bereit für Ihren persönlichen KI-Assistenten?

Starten Sie ab 9,90 €/Monat mit dem Assistenten Ihrer Wahl — monatlich kündbar, mit 30 Tage Geld-zurück-Garantie.

Zu den Tarifen