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Mobbing am Arbeitsplatz: Rechtliche Schritte 2026

Erfahren Sie, welche rechtlichen Schritte Sie 2026 bei Mobbing am Arbeitsplatz in Österreich einleiten können.

Justitia18. August 202619 Min. Lesezeit
Mobbing am Arbeitsplatz: Rechtliche Schritte 2026

Was zählt als Mobbing am Arbeitsplatz?

Mobbing am Arbeitsplatz umfasst systematische, feindselige Handlungen gegen eine Person, die über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgen und darauf abzielen, die betroffene Person zu isolieren oder zu schikanieren. Diese Handlungen können psychischer, physischer oder verbaler Natur sein und führen oft zu erheblichen Belastungen für die Betroffenen.

Definition von Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz ist gekennzeichnet durch wiederholte, unfaire und erniedrigende Handlungen, die gezielt gegen eine Person gerichtet sind. Diese Handlungen unterscheiden sich von gelegentlichen Konflikten, da sie systematisch und über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten. Ein eigenes „Mobbing-Gesetz“ gibt es in Österreich nicht; Schutz ergibt sich aus mehreren Regelungen, die wir unten einzeln nennen. Das Übereinkommen Nr. 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt, das für Österreich mit BGBl. III Nr. 156/2024 kundgemacht wurde und für Österreich mit 11. September 2025 in Kraft trat, unterstreicht die Bedeutung des Schutzes vor solchen Übergriffen (Quelle: RIS, BGBl. III Nr. 156/2024).

Abgrenzung von Konflikten

Es ist wichtig, Mobbing von normalen Konflikten am Arbeitsplatz zu unterscheiden. Konflikte können aus Meinungsverschiedenheiten oder Missverständnissen entstehen und sind in der Regel einmalig oder kurzfristig. Mobbing hingegen ist systematisch und zielgerichtet. Während Konflikte oft durch Kommunikation und Mediation gelöst werden können, erfordert Mobbing gezielte rechtliche Schritte und Interventionen.

Beispiele von Mobbinghandlungen

  • Psychische Angriffe: Dazu gehören das Verbreiten von Gerüchten, systematisches Ignorieren oder Ausschließen einer Person.
  • Verbale Angriffe: Beleidigungen, abfällige Bemerkungen oder das Lächerlichmachen einer Person.
  • Physische Angriffe: Obwohl seltener, können auch körperliche Übergriffe Teil von Mobbing sein.

Rechtliche Schritte bei Mobbing

  1. Dokumentation: Führen Sie ein detailliertes Tagebuch über alle Vorfälle, einschließlich Datum, Uhrzeit und beteiligter Personen.
  2. Gespräch suchen: Versuchen Sie, das Problem direkt mit dem Vorgesetzten oder der Personalabteilung anzusprechen.
  3. Rechtliche Beratung: Ziehen Sie eine rechtliche Beratung in Betracht, um Ihre Optionen zu prüfen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten.
Mobbing am Arbeitsplatz ist ein ernstes Thema, das nicht nur die betroffenen Individuen, sondern auch das gesamte Arbeitsumfeld negativ beeinflussen kann. Es ist wichtig, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer die gesetzlichen Bestimmungen kennen und im Falle von Mobbing angemessen handeln.

Welche Gesetze schützen vor Mobbing in Österreich?

Für Österreich gilt seit 11. September 2025 das Übereinkommen Nr. 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt (Quelle: RIS, BGBl. III Nr. 156/2024). Dazu kommen Regeln im österreichischen Arbeitsrecht, die wir unten einzeln nennen.

Übereinkommen Nr. 190

Das Übereinkommen Nr. 190, das in Österreich mit BGBl. III Nr. 156/2024 kundgemacht wurde und für Österreich mit 11. September 2025 in Kraft trat (Quelle: RIS, BGBl. III Nr. 156/2024), zielt darauf ab, Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt zu beseitigen.

Arbeitsrechtliche Schutzmaßnahmen

Neben dem Übereinkommen Nr. 190 bieten österreichische Arbeitsgesetze verschiedene Schutzmaßnahmen gegen Mobbing:

  1. Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG): Die Organe der Arbeitnehmerschaft des Betriebes — also der Betriebsrat — haben die Aufgabe, die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der Arbeitnehmer im Betrieb wahrzunehmen und zu fördern (Quelle: RIS, § 38 ArbVG). Bei Mobbing ist der Betriebsrat deshalb eine naheliegende erste Anlaufstelle.
  2. Gleichbehandlungsgesetz (GlBG): Es greift, wenn das Mobbing mit einem geschützten Merkmal zusammenhängt, etwa der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, dem Alter oder der sexuellen Orientierung (Quelle: RIS, § 17 GlBG). Eine Diskriminierung liegt dann auch vor, wenn der Arbeitgeber selbst belästigt oder es schuldhaft unterlässt, bei einer Belästigung durch Dritte angemessene Abhilfe zu schaffen (Quelle: RIS, § 21 GlBG). Nicht jedes Mobbing fällt darunter — hängt es mit keinem dieser Merkmale zusammen, ist das GlBG nicht der richtige Weg.
  3. Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB): Betroffene können auf Grundlage des ABGB Schadenersatzansprüche geltend machen, wenn durch Mobbing ein Schaden entstanden ist.

Praktische Schritte bei Mobbing

Um sich gegen Mobbing zu wehren, können Arbeitnehmer folgende Schritte unternehmen:

  • Dokumentation: Alle Vorfälle sollten genau dokumentiert werden, um Beweise zu sichern.
  • Gespräch suchen: Zunächst sollte das Gespräch mit dem Vorgesetzten oder dem Betriebsrat gesucht werden.
  • Rechtliche Beratung: Bei anhaltendem Mobbing kann es notwendig sein, rechtlichen Rat einzuholen und gegebenenfalls eine Klage einzureichen.
Diese gesetzlichen Regelungen und Maßnahmen bieten den Beschäftigten in Österreich einen umfassenden Schutz vor Mobbing und ermöglichen es ihnen, in einem respektvollen Arbeitsumfeld tätig zu sein.

Wie dokumentiere ich Mobbing am Arbeitsplatz richtig?

Um Mobbing am Arbeitsplatz effektiv zu dokumentieren, sollten betroffene Personen alle relevanten Vorfälle schriftlich festhalten, Beweismittel wie E-Mails oder Nachrichten sichern und Zeugenberichte einholen. Diese Dokumentation kann entscheidend für rechtliche Schritte sein.

Wichtige Dokumentationsschritte

  1. Tägliche Aufzeichnungen führen: Notieren Sie jedes Mobbingereignis mit Datum, Uhrzeit, Ort und beteiligten Personen. Diese detaillierten Aufzeichnungen helfen, Muster zu erkennen und die Häufigkeit der Vorfälle zu belegen.
  1. Beweismittel sammeln: Sichern Sie alle relevanten E-Mails, Nachrichten, Fotos oder Videos, die das Mobbing belegen können. Diese Materialien sind oft entscheidend in rechtlichen Auseinandersetzungen.
  1. Zeugen identifizieren und ansprechen: Falls es Zeugen für die Vorfälle gibt, sollten Sie diese um schriftliche Bestätigungen bitten. Zeugenberichte können die Glaubwürdigkeit Ihrer Aussagen erheblich stärken.
  1. Psychische und physische Auswirkungen dokumentieren: Notieren Sie alle gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die durch das Mobbing verursacht wurden. Konsultieren Sie bei Bedarf einen Arzt und bewahren Sie medizinische Berichte auf.

Beweismittel sammeln

  • E-Mails und Nachrichten: Speichern Sie alle elektronischen Kommunikationen, die Mobbingvorfälle dokumentieren. Diese können als Beweise in einem möglichen Verfahren dienen.
  • Fotos und Videos: Falls möglich, dokumentieren Sie Vorfälle visuell. Achten Sie dabei auf die rechtlichen Bestimmungen zum Datenschutz.
  • Zeugenberichte: Sammeln Sie schriftliche Aussagen von Kollegen, die die Vorfälle beobachtet haben. Diese können entscheidend für die Beweisführung sein.

Rechtlicher Kontext in Österreich

Seit 11. September 2025 gilt für Österreich das Übereinkommen Nr. 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt (Quelle: RIS, BGBl. III Nr. 156/2024). Es ist wichtig, alle Vorfälle genau zu dokumentieren, um im Falle eines Rechtsstreits gut vorbereitet zu sein.

Durch eine sorgfältige und umfassende Dokumentation können Betroffene ihre Position stärken und die notwendigen Schritte einleiten, um gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorzugehen.

Welche rechtlichen Schritte kann ich 2026 unternehmen?

Im Jahr 2026 können Betroffene von Mobbing am Arbeitsplatz in Österreich rechtliche Schritte einleiten, indem sie sich an Arbeitsgerichte wenden, Beratungsstellen aufsuchen und gegebenenfalls eine Anzeige bei der Polizei erstatten.

Mögliche rechtliche Schritte

  1. Arbeitsgerichtliche Klage: Betroffene können eine Klage beim Arbeitsgericht einreichen, um ihre Rechte durchzusetzen. Dies kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn der Arbeitgeber nicht auf Beschwerden reagiert oder die Situation nicht verbessert.
  1. Schlichtungsverfahren: Vor einer gerichtlichen Klage kann es hilfreich sein, ein Schlichtungsverfahren anzustreben. Dies ermöglicht eine außergerichtliche Einigung und kann den Prozess beschleunigen.
  1. Anzeige bei der Polizei: Sollte das Mobbing strafrechtlich relevante Handlungen umfassen, wie etwa Drohungen oder körperliche Übergriffe, kann eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden.

Ansprechpartner und Beratungsstellen

  • Arbeiterkammer (AK): Die Arbeiterkammer bietet umfassende Beratung und Unterstützung für Arbeitnehmer, die von Mobbing betroffen sind. Sie kann auch bei der Vorbereitung einer Klage helfen.
  • Gewerkschaften: Viele Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern rechtliche Unterstützung und Beratung in Mobbingfällen an.
  • Beratungsstellen für Gewalt und Belästigung: Spezialisierte Beratungsstellen bieten Unterstützung und können helfen, die geeigneten rechtlichen Schritte zu planen.

Gesetzliche Grundlage

Das Übereinkommen Nr. 190 zur Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt, das für Österreich mit BGBl. III Nr. 156/2024 kundgemacht wurde und für Österreich mit 11. September 2025 in Kraft getreten ist (Quelle: RIS, BGBl. III Nr. 156/2024).

Praktische Tipps

  • Dokumentation: Führen Sie ein detailliertes Mobbing-Tagebuch, in dem Sie Vorfälle, Daten und Zeugen festhalten. Dies kann als Beweismittel bei rechtlichen Schritten dienen.
  • Zeugen: Sprechen Sie mit Kollegen, die Zeugen der Vorfälle waren, und bitten Sie sie, im Bedarfsfall auszusagen.
  • Rechtsberatung: Ziehen Sie eine frühzeitige rechtliche Beratung in Betracht, um Ihre Möglichkeiten und die besten Schritte zu verstehen.
Diese Schritte und Ressourcen können Betroffenen helfen, ihre Rechte durchzusetzen und eine sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten.

Wann sollte ich einen Anwalt einschalten?

Bei Mobbing am Arbeitsplatz ist es ratsam, einen Anwalt einzuschalten, wenn sich die Situation trotz interner Bemühungen nicht verbessert oder wenn rechtliche Schritte erforderlich sind, um Ihre Rechte zu schützen. Eine rechtliche Beratung kann helfen, die Situation besser zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Indikatoren für Anwaltsbedarf

Es gibt mehrere Anzeichen, die darauf hindeuten, dass es sinnvoll sein könnte, rechtlichen Beistand zu suchen:

  1. Ergebnisloses internes Vorgehen: Wenn Beschwerden beim Arbeitgeber oder der Personalabteilung keine Verbesserung bringen, kann ein Anwalt helfen, die nächsten Schritte zu planen.
  2. Dokumentierte Vorfälle: Wenn Sie eine umfangreiche Dokumentation von Mobbing-Vorfällen besitzen, kann ein Anwalt diese Informationen nutzen, um eine fundierte rechtliche Einschätzung zu geben.
  3. Psychische oder physische Beeinträchtigungen: Sollten Sie aufgrund von Mobbing gesundheitliche Schäden erlitten haben, ist rechtliche Unterstützung wichtig, um mögliche Entschädigungsansprüche geltend zu machen.
  4. Verletzung gesetzlicher Schutzmaßnahmen: Hängt das Mobbing mit einem geschützten Merkmal wie Alter, Religion, ethnischer Zugehörigkeit oder sexueller Orientierung zusammen, kommt das Gleichbehandlungsgesetz in Frage (Quelle: RIS, § 17 GlBG). Dann ist rechtliche Beratung besonders ratsam.

Vorteile der Rechtsberatung

  • Fachliche Einschätzung: Ein Anwalt kann die rechtlichen Aspekte Ihrer Situation analysieren und Ihnen eine fundierte Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten geben.
  • Rechtliche Schritte einleiten: Sollte es notwendig sein, rechtliche Schritte zu unternehmen, kann ein Anwalt die erforderlichen Schritte einleiten und Sie im Verfahren vertreten.
  • Verhandlungsunterstützung: Ein Anwalt kann auch bei Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über eine einvernehmliche Lösung oder eine Abfindung hilfreich sein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Dokumentation: Sammeln Sie alle relevanten Beweise, wie E-Mails, Nachrichten oder Zeugenberichte.
  2. Interne Klärung: Versuchen Sie zunächst, die Situation intern zu klären, indem Sie sich an die Personalabteilung oder den Betriebsrat wenden.
  3. Anwalt kontaktieren: Wenn keine Besserung eintritt, suchen Sie einen spezialisierten Anwalt auf.
  4. Rechtliche Schritte prüfen: Lassen Sie sich beraten, welche rechtlichen Schritte in Ihrem Fall sinnvoll sind.
Ein Anwalt kann Ihnen helfen, Ihre Rechte zu schützen und sicherzustellen, dass Sie in einer schwierigen Situation die bestmögliche Unterstützung erhalten.

Wie kann ich mich gegen Mobbing schützen?

Um sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz zu schützen, sind präventive Maßnahmen entscheidend. Dazu zählen das Schaffen einer offenen Kommunikationskultur und die Unterstützung durch Kollegen. Diese Strategien tragen dazu bei, ein respektvolles Arbeitsumfeld zu fördern und Mobbing vorzubeugen.

Präventive Maßnahmen

Präventive Maßnahmen sind der Schlüssel zur Vermeidung von Mobbing. Eine offene Kommunikationskultur kann helfen, Missverständnisse frühzeitig zu klären und Konflikte zu vermeiden. Unternehmen sollten regelmäßige Schulungen zur Sensibilisierung für Mobbing und dessen Folgen anbieten. Diese Schulungen können das Bewusstsein für respektvolles Verhalten am Arbeitsplatz schärfen.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Einrichtung klarer Berichtswege für Mobbing-Vorfälle. Mitarbeiter sollten wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie sich belästigt fühlen. Diese Berichtswege sollten transparent und vertraulich sein, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen.

Schritte zur Prävention von Mobbing:

  1. Offene Kommunikationskultur fördern: Regelmäßige Meetings und Feedback-Runden einführen.
  2. Schulungen anbieten: Sensibilisierung für Mobbing und dessen Auswirkungen.
  3. Klare Berichtswege einrichten: Vertrauliche Anlaufstellen für Betroffene.

Unterstützung durch Kollegen

Die Unterstützung durch Kollegen spielt eine wesentliche Rolle im Kampf gegen Mobbing. Ein starkes Teamgefühl kann helfen, Mobbing zu erkennen und zu verhindern. Kollegen sollten ermutigt werden, einzugreifen, wenn sie Mobbing beobachten. Dies kann durch das Melden von Vorfällen an Vorgesetzte oder durch direkte Unterstützung der betroffenen Person geschehen.

Gemeinsame Teambuilding-Aktivitäten können das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und die Bereitschaft erhöhen, sich gegenseitig zu unterstützen. Ein gutes Arbeitsklima, in dem sich jeder Mitarbeiter sicher und wertgeschätzt fühlt, ist die beste Prävention gegen Mobbing.

Fazit

Präventive Maßnahmen und die Unterstützung durch Kollegen sind entscheidend, um Mobbing am Arbeitsplatz zu verhindern. Durch die Förderung einer offenen Kommunikationskultur und die Einrichtung klarer Berichtswege können Unternehmen ein respektvolles und sicheres Arbeitsumfeld schaffen. Gemeinsam mit der Unterstützung durch Kollegen kann so ein wirksamer Schutz gegen Mobbing erreicht werden.

Welche Rolle spielt der Arbeitgeber bei Mobbing?

Arbeitgeber in Österreich sind gesetzlich verpflichtet, eine sichere und belästigungsfreie Arbeitsumgebung zu gewährleisten. Dazu zählen präventive Maßnahmen, klare Interventionsstrategien und die Unterstützung betroffener Mitarbeiter.

Verantwortlichkeiten des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber trägt die Verantwortung, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Mobbing und Belästigung ist. Dies wird durch das Übereinkommen Nr. 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt untermauert, welches für Österreich mit BGBl. III Nr. 156/2024 kundgemacht wurde und für Österreich seit 11. September 2025 in Kraft ist (Quelle: RIS, BGBl. III Nr. 156/2024).

Pflichten des Arbeitgebers

  1. Prävention: Arbeitgeber müssen präventive Maßnahmen ergreifen, um Mobbing am Arbeitsplatz zu verhindern. Dazu gehören Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte sowie die Etablierung einer Unternehmenskultur, die Respekt und Zusammenarbeit fördert.
  1. Intervention: Bei Verdacht auf Mobbing sind Arbeitgeber verpflichtet, umgehend zu handeln. Dies umfasst die Untersuchung der Vorwürfe und das Ergreifen geeigneter Maßnahmen, um das Mobbing zu beenden.
  1. Unterstützung: Betroffene Mitarbeiter sollten Unterstützung erhalten, beispielsweise durch Zugang zu Beratungsdiensten oder durch die Möglichkeit, intern den Arbeitsplatz zu wechseln, um weiteren Belästigungen zu entgehen.

Interventionsmöglichkeiten

  • Meldesysteme: Arbeitgeber sollten ein anonymes Meldesystem bereitstellen, um Vorfälle von Mobbing zu dokumentieren und zu verfolgen.
  • Mediation: Ein neutraler Mediator kann helfen, Konflikte zu lösen und eine Einigung zwischen den beteiligten Parteien herbeizuführen.
  • Disziplinarmaßnahmen: Bei bestätigten Mobbingfällen müssen angemessene Disziplinarmaßnahmen gegen die Täter ergriffen werden, die von Verwarnungen bis zur Kündigung reichen können.

Fazit

Die Rolle des Arbeitgebers bei der Bekämpfung von Mobbing am Arbeitsplatz ist entscheidend. Durch die Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten und die Umsetzung von präventiven und reaktiven Maßnahmen können Arbeitgeber dazu beitragen, ein sicheres und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen.

Welche Unterstützung gibt es für Mobbingopfer?

In Österreich stehen Mobbingopfern zahlreiche Unterstützungsangebote zur Verfügung, darunter Beratungsstellen und psychologische Unterstützung, die den Betroffenen helfen, mit den Belastungen umzugehen und rechtliche Schritte einzuleiten.

Beratungsstellen

Beratungsstellen bieten eine erste Anlaufstelle für Mobbingopfer. Sie bieten Informationen über rechtliche Schritte und begleiten Betroffene bei der Dokumentation von Vorfällen. In Österreich gibt es spezialisierte Beratungsstellen, die sich auf Arbeitskonflikte und Mobbing spezialisiert haben. Diese Einrichtungen bieten oft auch rechtliche Ersteinschätzungen und können bei der Vermittlung von Konflikten helfen.

  • Arbeiterkammer (AK): Die Arbeiterkammer bietet eine umfassende Beratung für Arbeitnehmer in Konfliktsituationen an. Sie unterstützt bei der Durchsetzung von Rechten und bietet Rechtsberatung an.
  • Betriebsrat: In Unternehmen mit einem Betriebsrat können sich Betroffene auch an diesen wenden. Der Betriebsrat kann als Vermittler auftreten und ist gesetzlich verpflichtet, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten.

Psychologische Unterstützung

Psychologische Unterstützung ist für Mobbingopfer besonders wichtig, da Mobbing erhebliche psychische Belastungen mit sich bringen kann. Psychologen und Therapeuten können helfen, die emotionalen Folgen von Mobbing zu verarbeiten.

  • Therapieangebote: In vielen Fällen übernehmen Krankenkassen einen Teil der Kosten für psychologische Betreuung. Betroffene sollten sich bei ihrer Krankenkasse über die Möglichkeiten der Kostenübernahme informieren.
  • Selbsthilfegruppen: Diese Gruppen bieten eine Plattform für den Austausch mit anderen Betroffenen. Der Austausch kann helfen, neue Perspektiven zu gewinnen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Rechtliche Grundlagen

Mit dem Inkrafttreten des Übereinkommens Nr. 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt am 11. September 2025 hat Österreich einen wichtigen Schritt gesetzt (Quelle: RIS, BGBl. III Nr. 156/2024).

Fazit

Mobbingopfer in Österreich können auf ein gut ausgebautes Netzwerk an Unterstützungsangeboten zurückgreifen. Von rechtlichen Beratungen über psychologische Unterstützung bis hin zu spezifischen gesetzlichen Regelungen stehen den Betroffenen viele Wege offen, um sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz zu wehren.

So gehst du vor — Schritt für Schritt

1. Schritt 1: Dokumentation der Vorfälle

Sammeln Sie alle Beweise für Mobbing, einschließlich E-Mails, Nachrichten und Zeugenberichte.

2. Schritt 2: Gespräch mit Vorgesetzten

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten oder der Personalabteilung, um das Problem zu lösen.

3. Schritt 3: Rechtlichen Rat einholen

Konsultieren Sie einen Anwalt für Arbeitsrecht, um Ihre rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen.

4. Schritt 4: Beschwerde einreichen

Erwägen Sie, eine formelle Beschwerde bei der Arbeiterkammer oder einer zuständigen Behörde einzureichen.

5. Schritt 5: Unterstützung suchen

Suchen Sie Unterstützung bei Kollegen oder Beratungsstellen, um die Situation besser zu bewältigen.

Häufige Fragen

Welche rechtlichen Schritte kann ich bei Mobbing am Arbeitsplatz einleiten?

Bei Mobbing am Arbeitsplatz sollten Sie zunächst alle Vorfälle dokumentieren und Beweise sammeln. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten oder der Personalabteilung, um eine Lösung zu finden. Wenn dies nicht hilft, können Sie rechtliche Schritte einleiten, indem Sie sich an einen Anwalt für Arbeitsrecht wenden oder eine Beschwerde bei der Arbeiterkammer einreichen.

Was besagt das Übereinkommen Nr. 190 über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt?

Das Übereinkommen Nr. 190 zielt darauf ab, Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt zu beseitigen und einen sicheren und respektvollen Arbeitsplatz zu gewährleisten. Für Österreich ist es seit 11. September 2025 in Kraft (Quelle: RIS, BGBl. III Nr. 156/2024).

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